Empfehlung für TrainerInnen zur Durchführung von Trainings (Seminaren oder Workshops)
Ein Training verfolgt 3 Arten von übergeordneten Zielen: Ziele des Auftraggebers, Ziele der TeilnehmerInnen und Ziele des Trainers / der Trainerin. Zur Abbildung dieser Ziele sind Formalien notwendig, die den Rahmen für Qualität bilden.
Vor Auftragsannahme findet ein Briefing mit dem Auftraggeber statt. Innerhalb des Briefings werden die Interessen und Ziele des Auftraggebers, der TeilnehmerInnen und anderer Beteiligter klar herausgearbeitet. Rahmenbedingungen und vorhandene Ressourcen werden ermittelt. Da der gesellschaftliche Hintergrund und die Interessenlage der TeilnehmerInnen wichtige Informationen für die Durchführung eines Trainings sind ist auch hierauf ein besonderes Augenmerk zu richten.
Bereits bei Einstellung eines Angebots werden Lernziele und Zielgruppe klar definiert. Aus der Formulierung sollte auch für Laien erkennbar sein, welchen Zweck das Training verfolgt und welchen Zweck einzelne Bausteine haben. Eine Möglichkeit, die Stundenplanung einzusehen ist vorzusehen. Ein Hinweis auf die maximale und minimale Teilnehmerzahl muss im Angebot enthalten sein.
Die Gruppengrößen müssen dem Lernziel angemessen sein. Sollen lediglich Kenntnisse vermittelt werden, können Lerngruppen bis zu 25 Personen betragen. Voraussetzung hier ist eine homogene Lerngruppe. Bei inhomogenen Gruppen ist die Zahl für jeden aus der Kern- gruppe abweichenden Teilnehmer zu reduzieren (Empfehlung: Faktor 2). Wurden Lernziele definiert, die das Anwenden oder Beherrschen vermittelten Wissens beinhalten, werden Gruppengrößen von weniger als 16 TeilnehmerInnen empfohlen. Eine Besonderheit bilden Schulungen zur Vermittlung von Software-Kenntnissen. Da hier ein erhöhter individueller Betreuungsaufwand des Einzelnen vorliegt, werden Gruppengrößen von weniger als 16 Personen empfohlen.
Die Ausstattung muss über geeignete Bestuhlung verfügen. Empfehlungen des Arbeitsschutzes sind zu berücksichtigen. Die Bestuhlung muss flexibel sein, so dass unterschiedliche Arbeitsformen möglich sind. Als besonders geeignet werden einfach zu transportierende temporäre Visualisierungsflächen (whiteboards) in Kombination mit statischen Flächen zur permanenten Visualisierung angesehen.
EDV-Schulungen: Wenn möglich ist bereits bei der Planung des Unterrichtsraums zu berücksichtigen, dass der Trainer leicht Einsicht in die Bildschirminhalte der TeilnehmerInnen bekommen kann. Die technische Realisierung mit geeigneten „Classroom-Systemen“ wird als besonders geeignet angesehen. Auch EDV- Räume sollten in jedem Fall über einen Beamer verfügen. Ein zusätzliches transporttables whiteboard wird als vorteilhaft angesehen.
Für ein Training ist ein durchgängiges Konzept zum zeitlichen Ablauf und zur inhaltlichen Gestaltung zu erstellen. Das Konzept soll auf den fachlichen und inhaltlichen Voraussetzungen der vorgesehenen Teilnehmer aufbauen.. Die Zielgruppe und die Lernziele sind zu benennen.
Ein Training soll aus aufeinander aufbauenden geschlossenen Trainingseinheiten bestehen. Der Unterrichtsstoff einer Trainingseinheit ist durch geeignete Übungen zu vertiefen. Die inhaltlichen Schwerpunkte je Trainingseinheit und die jeweilige Mindestanzahl an Unterrichtsstunden sind anzugeben.
Nicht selbst erstelltes Unterrichtsmaterial ist in jedem Fall durch den Trainer auf Verwendbarkeit zu prüfen und ggf. durch eigenes Material zu ergänzen. Unterrichtsmaterial sollte nie vorab verteilt werden, da die Aufmerksamkeit der Teilnehmer dadurch gebunden wird. Eigene Aufzeichnungen dienen der Verfestigung erlernten Wissens. Ausgegebenes Material soll in Verbindung mit eigenen Aufzeichnen den TeilnehmerInnen ermöglichen, Versäumtes zu erlernen oder Erlerntes zu vertiefen. Kann die Möglichkeit für die TeilnehmerInnen, eigene Aufzeichnungen zu erstellen methodisch nicht integriert werden, wird die Aushändigung von Unterrichtsmaterialien nach Abschluss in sich geschlossener Lerneinheiten innerhalb eines Seminars empfohlen. Auch Unterrichtsmaterialien haben einen Anspruch auf Berücksichtigung einfacher wahrnehmungspsychologischer Grundsätze: Gliederung, Ausgewogenheit zwischen Text und Bild, geeignete Typografie, Zeilenabstand und Layout, Raum für eigene Notizen, linker Rand mindestens 2cm.
Zu Beginn jedes Trainings ist die Kurskonzeptionf durch den Trainer vorzustellen. Als geeignete Form werden permanente Visualisierungen in Form von flip-charts, white-boards oder handouts empfohlen.
Abhängig vom Trainingsziel ist in jedem Fall eine Vorstellungsrunde durchzuführen. Ziel des Trainers muss es sein, die Kommunikationsbeziehungen innerhalb der Lerngruppe zu etablieren und die TeilnehmerInnen psychologisch und sozial auf das Training einzustimmen.
Jedes Training ist sinnvoll didaktisch zu strukturieren. Der Trainer stellt einen begründeten Zusammenhang zwischen Ziel-, Inhalts-, Methoden- und Medienwahl, Teilnehmervoraus- setzungen und Teilnehmererwartungen her.
Am Ende des Kurses wird ein Fragebogen an die Kursteilnehmer verteilt.
Sofern dies gewünscht ist, sollte ein Trainer hier den Auftraggeber beraten, wie das Ergebnis
in Kenndaten umgewandelt werden kann. Hier hilft der dvct weiter.