Präambel
Coaching ist eine Dienstleistung für Menschen mit einem Veränderungswunsch.
Die „coachende Person“ wird Coach genannt. Der Coachingempfänger wird
Coachee oder Klient genannt.
In der Ausübung ist Coaching ein Prozess der Unterstützung und weder formal
noch inhaltlich ein Synonym für Therapie, Training, Fremdführung, Supervision,
Mentoring oder Beratung.
Die Ethik setzt Normen für das Verhalten des Coachs als Mitglied des dvct e.V..
Verhaltensgrundsätze im Sinne dieser Ethik reflektieren die Tätigkeit des Coachs und des Coachens. Dabei berücksichtigen sie insbesondere die Interessen der zu coachenden Person im Kontext von Coaching.
1. Grundhaltung eines professionellen Coaches
Ein Coach versteht sich als Dienstleister.
Ein Coach respektiert den Wert und die Würde eines jeden Menschen sowie
dessen Persönlichkeitsrechte, insbesondere sein Recht auf Selbstbestimmung.
Er übt verantwortungsbewusst seine Tätigkeit aus und respektiert andere Coaches in ihrer Individualität.
Ein Coach wendet weder Techniken von L. Ron Hubbard an, noch ist er Mitglied
einer Organisation, die der freiheitlich-demokratischen Grundordnung
entgegensteht oder sie in Frage stellt.
Ein Coach führt Coachings nur dann durch, wenn der Grundsatz der
Freiwilligkeit gegeben ist. Im engeren Sinne heißt das, dass mit Beginn eines
Coachings der Klient / Coachee selbst entscheidet, welche für das Coaching
bedeutsamen Themen bearbeitet werden sollen und welche Informationen er
offen legen möchte. Der Coach respektiert das.
Ein Coach klärt die zu coachende Person rechtzeitig und wertschätzend auf,
wenn eine andere Form der Unterstützung im Sinne des zu bearbeitenden
Veränderungsthemas geeigneter ist.
Ein Coach ist unvoreingenommen gegenüber seinem Klienten / Coachee als
Person und dessen thematischen Kontext. In diesem Sinne akzeptiert er, dass
sein Klient / Coachee das Recht auf eine eigene Sicht und Deutung seiner Welt
hat.
Ein Coach ist grundsätzlich loyal gegenüber den betriebswirtschaftlichen
Interessen, dem rechtlichen Rahmen, der Ziele und Strategien sowie der
vorhandenen Wertekultur eines Unternehmens für das er tätig ist.
Ein Coach ist unabhängig und unparteilich. Er prüft sich vor, während und nach
einem Coaching, ob seine Tätigkeit einem Interessenkonflikt durch Überlagerung eigener Motive, Werte, Bedürfnisse unterliegt und leitet ggf. Veränderungen ein.
Eine geeignete Maßnahme zur Überprüfung ist die Supervision.
Ein Coach richtet sein Verhalten am Wert „Nachhaltigkeit“ aus. Nachhaltig heißt:
Der Klient / Coachee kann sein Veränderungsverhalten selber initiieren, reflektieren und bewerten und es dadurch stabilisieren (nachhaltige
Selbstlernkonzeption).
Ein Coach akzeptiert, dass sein Klient / Coachee die für eine Veränderung
benötigten Ressourcen in sich trägt. Als Coach stellt er allgemeine, strukturelle
Ressourcen für den Coachingprozess zur Verfügung, übt und trainiert diese aber nicht im Sinne einer situativen Anwendungskompetenz.
Ein Coach übt Coaching nicht aus, wenn er selbst in psychotherapeutischer
Behandlung ist und/oder mit starken Medikamenten, die seine Selbststeuerung
beeinflussen, behandelt wird.
2. Vertragliche Grundlage von Coaching
Ein Coaching erfolgt auf einer rechtswirksamen vertraglichen und für alle
Vertragspartner verständlichen Grundlage. Diese Grundlage regelt neben
Vergütung und zeitlichen Aspekten insbesondere Aussagen zur
Vertragsdurchführung und –beendigung.
3. Verschwiegenheit / Datenschutz im Coaching
Verschwiegenheit und Datenschutz bedeutet, die damit verbundenen Maßgaben
(und Erwartungen) einzuhalten. Der Coach wahrt die Vertraulichkeit aller
Informationen aus dem Coaching und im Zusammenhang mit dem Coaching. Es
bedeutet insbesondere, vertrauensvoll mit Informationen der zu coachenden
Person und des Auftraggebers umzugehen, sowie sich nicht rechtsmissbräuchlich im Wettbewerb zu verhalten. Die in diesem Zusammenhang relevanten Gesetze sind zu kennen und zu beachten.
Von der zu coachenden Person anvertraute Informationen unterliegen absoluter
Vertraulichkeit und Stillschweigen sofern keine Zustimmung durch die zu
coachende Person erfolgt ist oder anderweitig gesetzliche Verpflichtungen zur
Offenlegung vorliegen (e.g. Bekanntwerden einer Straftat).
4. Darstellung / Transparenz der Kompetenz des Coachs und von Coaching
Transparenz bedeutet, den Grundsatz der Nachvollziehbarkeit zu wahren. Der
Coach achtet darauf, dass der Klient / Coachee das Verfahren und die jeweiligen Aufgaben verstanden hat. Das beinhaltet sowohl die Darstellung der eigenen Qualifikation, Spezialisierung und Erfahrung als auch eine aufrichtige Auskunft zu den Grenzen der eigenen Kompetenz . Es bedeutet insbesondere jegliche Handlungen zu unterlassen, die dem Ansehen des Deutschen Verbandes für Coaching und Training (dvct) e.V. in der Öffentlichkeit Schaden zufügen oder zufügen könnten.
Der Coach achtet darauf, dass die Bedingungen des Coachings vor Beginn wahrgenommen und verstanden werden konnten.
Die zu coachende Person wird aufrichtig über Möglichkeiten und Grenzen des
beabsichtigten Coachings informiert. Wenn Auftraggeber und coachende Person
nicht identisch sind, ist auch der Auftraggeber zu informieren. Es werden weder
direkt noch indirekt Ergebnisse versprochen.
5. Verwendung von Referenzen durch den Coach
Ein Coach kann auf professionelle, ehrliche und redliche Art und Weise seine
Tätigkeit bekannt machen.
Namen seiner Klienten / Coachees als Referenz verwendet ein Coach nur dann,
wenn eine ausdrückliche (schriftliche) Zustimmung vorliegt.
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