Mit Mitgliedschaft als Coach und/oder Trainer geht auch der zu zertifizierende Trainer eine berufsethische Verpflichtung ein.
Die Kriterien stellen sicher, dass ein Kandidat über nachweisbare fachliche und persönliche Kompetenzen verfügt. In der Regel ist mit Aufnahme als Mitglied die Prüfung der Zulassungskriterien bereits erfolgt. Eine erneute Prüfung ist dann notwendig, wenn z.B. ein Trainer als Mitglied die Zertifizierung zum Coach beantragt und umgekehrt.
Die schriftliche Ausarbeitung dient u.a. dazu, durch die Gutachter die fachliche Herangehensweise des Kandidaten nachzuvollziehen. Gleichzeitig wird überprüft, ob sich der Kandidat der Möglichkeiten und Grenzen der von ihm eingesetzten Methoden bewusst ist.
Bemerkenswertes aus der schriftlichen Ausarbeitung fließt in das Fachgespräch ein.
Die Ausarbeitung erfolgt anhand einer festen Gliederungsvorgabe. Ein Trainerleitfaden für die Live-Demonstration ist Bestandteil der schriftlichen Ausarbeitung.
In der Live-Demonstration weist der Kandidat vor unabhängigen Gutachtern nach, dass er in der Lage ist, ein Training in einer realen Situation durchzuführen. Insbesondere werden Beziehungsgestaltung, Interaktionstechniken, Methodeneinsatz sowie Prozessgestaltung beurteilt.
Die Demonstration erfolgt vor anderen Zertifizierungsteilnehmern oder vor Ort (on the job).
In das von den Gutachtern durchgeführte Fachgespräch gehen sowohl Vorinformationen aus der schriftlichen Ausarbeitung als auch konkrete Beobachtungen aus der Live-Demonstration ein.
Fragen des Fachgesprächs fragen kein „Faktenwissen“ ab, sondern beziehen sich auf den beobachteten Prozess.
Das Fachgespräch findet im Anschluss an die Live-Demonstration statt.
Teil des Fachgespräches ist eine "exemplarische Kundenanfrage".
In Gruppenzertifizierungen erfüllt jeder Kandidat neben der Trainer-Rolle auch die Rolle als Trainingsteilnehmer.
Die Demonstration eines einzelnen Kandidaten dauert 60 Minuten gefolgt von einem 15-minütigen Feedback- und Fachgespräch.
Durch das Rotationsverfahren dauert eine Gruppenzertifizierung für 5 Kandidaten ca. 8 Stunden. Gleiches gilt für die Institutszertifizierung. Auch hier werden 8 Stunden für 5 Kandidaten mit jeweils zwei Gutachtern veranschlagt.
Grundsätzlich wird jeder Kandidat von zwei dvct-Gutachtern beurteilt. Diese werden für jeden Zertifizierungstag von der Zertifizierungskommission bestellt.
Das Verfahren begutachtet die „Performance“ eines Kandidaten, d.h. das Verhalten des Kandidaten wird in der Gesamtheit begutachtet. Dem Verfahren sind strukturierte Beobachtungsbögen hinterlegt. Beobachtet werden die Dimensionen "Beziehungsgestaltung, Interaktionstechniken, Methodeneinsatz sowie Prozessgestaltung".
Jede Dimension setzt sich aus differenzierten Kriterien zusammen, die beobachtbaren Indikatoren zugeordnet sind.
In die Ergebnisbewertung fließen die strukturierten Beobachtungen der Gutachter aus Live-Demonstration und Fachgespräch ein. Der Kandidat erhält auf Basis des vom dvct e.V. entwickelten Auswertungsmodells eine Beurteilung seiner Performance als Trainer.
Nach bestandener Prüfung erhält der Kandidat eine Urkunde, die ihn als dvct-zertifizierten Trainer ausweist.
Das Auswertungsmodell gewichtet die Ergebnisse für die Kriterien innerhalb der Dimensionen sowie die Dimensionen selbst. Durch diese Gewichtung werden Ergebnisse ermittelt, die zum Einen für jeden Kandidaten den IST-Zustand seiner Performance festhalten, zum Anderen geben aggregierte Ergebnisübersichten dem Ausbildungsinstitut wertvolle Hinweise zur Qualität der Ausbildung.
Daten, die im Rahmen der Zertifizierung erhoben wurden, werden nicht veröffentlich.
Unter Berücksichtigung des Datenschutzes werden Daten in anonymisierter Form zu Forschungszwecken weiter verwandt.
Die ausgehändigte Urkunde enthält keine Benotung der Leistung.