Fachbeiträge

Selbst-Coaching für erfolgskritische Situationen

Ein Fachbeitrag von Marion Klimmer

 

Wer in erfolgskritischen Momenten zögerlich oder unsicher ist – oder gar Panik bekommt, verkrampft und kein Wort herausbringt, der hat verloren. Wer es hingegen schafft locker zu bleiben und sein optimales Leistungsvermögen abzurufen, wird von der Situation profitieren: z.B. einer besonders wichtigen Präsentation oder Prüfung, einer wichtigen Verhandlung oder einem schwierigen Gespräch. Dies wird aber nur gelingen, wenn wir unsere emotionale Seite im Griff haben. Was viele unterschätzen: Unsere Emotionen müssen ausbalanciert und stabil sein, sonst wird nichts aus dem Abrufen einer situativen „Höchstleistung“. Denn der größte Leistungsfresser heißt Stress bzw. Angst. Wir kennen ihn in Form von Lampenfieber, Aufregung, Unsicherheit, Prüfungsangst, Versagensangst, Blackout und in vielen anderen Ausprägungen. Stress blockiert nicht nur die Leistungsfähigkeit direkt, sondern hemmt auch noch andere wichtige Fertigkeiten wie Kreativität, Spontaneität, Schlagfertigkeit und Konfliktstabilität.

Das liegt vor allem an den entwicklungsgeschichtlich alten Teilen unseres Gehirnes wie dem Limbischen System („Emotionszentrum“). In der Frühphase des Menschen bewertete es die eingehenden Sinnesreize auf lebenserhaltende Funktionen wie Angriff oder Flucht und setzte die entsprechenden Hormonausschüttungen in Gang.

Leider wird dieses „Notfallprogramm“ aus der Urzeit auch heute noch gestartet, wenn wir beispielsweise eine sehr wichtige Präsentation vor einem Prüfungsgremium, dem Vorstand oder dem kritischen Fachpublikum halten müssen und uns dies besonders stresst. Es sei denn, wir greifen bei der Vorbereitung und Bewältigung solcher erfolgskritischer Situationen auf effiziente Selbst-Coaching-Instrumente zurück, die unsere emotional-mentale Balance herstellen und aufrechterhalten:

Selbst-Coaching mit dem „Tarzan-Trick“:

Täglich mehrfaches, circa einminütiges Klopfen auf die Thymusdrüse steigert die subjektiv verfügbare Körperkraft und die Immunabwehr. Sogar das mentale Leistungsvermögen wird besser.

Durch rhythmisches Klopfen auf das Brustbein wird die dahinterliegende Thymusdrüse stimuliert. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung des Nervensystems mit  „entstressenden“ Botenstoffen. Durch das Klopfen bekommen Sie spontan einen messbaren Zuwachs an Frische und Energie.

 

Die kraftspendende Wirkung der Thymusdrüsenstimulation hält zwei bis drei Stunden an. Es reicht also, wenn Sie eine halbe Stunde vor einem wichtigen Anlass klopfen. Klopfen Sie einfach so lange, bis Sie einen tiefen Atemzug machen müssen. Das ist das Signal, dass die Wirkung einsetzt.

Selbst-Coaching mit schnellen Augenbewegungen:

Wir gehen mit besten Vorsätzen in eine private oder berufliche Herausforderung und stellen dann vielleicht fest, dass wir in der Aufregung gar nicht die Leistungen bringen, die wir gewohnt sind. Wir brauchen etwas, das uns hilft, unsere Emotionen in diesem Moment in den Griff zu bekommen. Denn: Jegliche Form von Angst oder Stress hemmt unsere Leistungsfähigkeit. Dies gilt besonders dann, wenn unverarbeitete Angstsituationen aus der Vergangenheit zu emotionalen Blockaden geworden sind. Sie stecken in unserem Neuro-System fest und behindern uns bevorzugt dann, wenn wir Höchstleistungen abrufen wollen. Ohne diese Blockaden aufzuarbeiten, sie zu lösen, kommen wir aber keinen Schritt voran. Man fand heraus, dass künstlich eingeleitete Augenbewegungen, ähnlich den REM-Phasen (Rapid Eye Movement) im Schlaf, bei der Verarbeitung von emotionalen Blockaden und Stress helfen. Das vor ca. 10 Jahren von dem Therapeuten-Ehepaar Cora Besser-Siegmund/Harry Siegmund entwickelte „WingWave-Coaching“ hat diese Technik um einen Muskeltest ergänzt, mit dem sich sogar die Auslöser des Stresses diagnostizieren bzw. lokalisieren lassen. Die WingWave-Methode funktioniert schnell, effizient und ohne „Seelen-Striptease“, was gerade im Business-Bereich geschätzt wird.

Die entstressende und zugleich stärkende Wirkung wacher „REM-Phasen“ kann auch auf drei unterschiedliche Weisen im Selbst-Coaching genutzt werden:

• „Augenturnen“

Durch die horizontale Links-Rechts-Bewegung der Augen wird die Vernetzung der beiden Gehirnhälften (bilaterale Hemisphärenstimulation) angeregt. Hierfür sucht man sich rechts und links im jeweiligen Blickfeld optische Fixpunkte (zum Beispiel Bäume, Gegenstände). Zwischen diesen lässt man seinen Blick hin- und herwandern – wie einen Scheibenwischer. Das beruhigt und reduziert das Stressempfinden. Die Augenbewegungen sollten Sie vor allen wichtigen Herausforderungen durchführen. Kurz zur Wand gedreht, lässt sich dieser kleine Trick nahezu überall sehr diskret durchführen.

• „Butterfly-Methode“

Die „Butterfly-Methode“ ist eine abwechselnde Rechts-Links-Stimulation, bei der man sich selbst rhythmisch auf die Schultern, Knie oder Oberschenkel klopft beziehungsweise tippt – und zwar mit überkreuzten Armen. Die linke Hand tippt auf die rechte Seite und umgekehrt die rechte Hand auf die linke Seite. Diese Berührungs- und Geräuschstimulation kann Stresszustände regulieren, beispielsweise ein ängstliches Gefühl oder Hilflosigkeit während wichtiger bzw. schwieriger Gespräche. Dies können Sie auch ganz unauffällig unter dem Tisch durch Tippen auf die Knie erzielen.

• Wingwave Musik

Für das Selbst-Coaching über den auditiven Sinneskanal wurde spezielle WingWave-Musik entwickelt. Bei dieser Musik ist ein musikalisches Thema im „Winke-Takt“ mit musikalischen Grundtönen – im Wechsel am linken und am rechten Ohr – untermalt. Für den „bilateralen“ Stimulationseffekt muss die Musik über Kopfhörer gehört werden. Dabei geht man dann gedanklich seine Selbst-Coaching-Themen durch. Die Musik sorgt dafür, dass man die gedankliche Aufarbeitung begleitet von großer innerer Ruhe durchführen kann. Sie hilft auch beim schnelleren Einschlafen und besseren Durchschlafen.

Selbst-Coaching mit dem „Auftritts- und Präsentations-TÜV“:


In gedanklich-mentaler Vorbereitung auf Auftritte oder Präsentationen können Sie die folgenden Punkte nacheinander betrachten – WÄHREND Sie eines der drei Wingwave-Selbstcoaching-Instrumente anwenden. Dadurch „entstressen“ Sie jeden einzelnen Punkt. Und IN der tatsächlichen Höchstleistungs-Situation werden Sie damit dann in einer besseren Balance und Leistungsfähigkeit sein.

Denken Sie z.B. an....

  • Das Publikum: einzelne Personen, Anzahl Personen, leere Stühle oder Sitzreihen
  • Reaktionen des Publikums: einzelne oder mehrere sind möglicherweise unruhig, ärgerlich, gähnen, gehen raus, kommen nachträglich herein, lachen, fragen viel
  • Eigene oder fremde Befindlichkeiten: Sie oder einzelne im Publikum sind vielleicht müde, frieren, schwitzen, haben Hunger oder Durst
  • Ihre Kleidung, die Sie tragen werden: Möglicherweise ist diese sogar ungewohnt...
  • Ihr eigenes Verhalten: in einer Fremdsprache vortragen, Mißgeschicke, Blackouts
  • Die Räumlichkeiten: Größe, Design, Stufen, Helligkeit, Schall bzw. Hall
  • Ihre Technik: Mikro, Beamer, Flipchart
  • Einzelne Themen oder Phasen der Präsentation

Unbekannte Vortrags-, Verhandlungs-, Interview- oder Prüfungsorte sollten Sie vorher in Augenschein nehmen, um zu wissen, was auf Sie zu kommt. Wenn Sie sich ganz besonders mit dem Ort „anfreunden“ wollen, hören Sie dabei die WingWave-Musik, die störende Emotionen reguliert und gleichzeitig Zuversicht und Vorfreude steigert.

Wichtig ist auch, die stressige, kritische Situation, zum Beispiel eine schwierige Präsentation, im „Reality-Check“ unter möglichst realistischen Bedingungen vorab durchzuspielen. Eine „Generalprobe“ zu machen kann hilfreich sein, um auch schwierige Herausforderungen zu trainieren, damit Souveränität und Sicherheit schon im Vorwege gesteigert werden. Dieses Probehandeln bewirkt, dass – einfach ausgedrückt – später bei der tatsächlichen Präsentation die Umstände bereits vertraut sind und nicht mehr so viel Stress verursachen können.

Auch hierbei können Sie ganz leise die WingWave-Musik zur Emotions-Regulierung hören.

Marion Klimmer:

Marion Klimmer bereitet Fach- und Führungskräfte, Amateur- und Profi-Golfer auf deren „Höchstleistungs-Momente“ vor. Zuvor hat sie 10 Jahre Erfahrung als Fach- und Führungskraft im Martketing/Vertrieb gesammelt.

Mehr unter www.mental-coaching.hamburg