Fachbeiträge

Virtuelle Trainings und Coachings – so sichern Sie die Nachhaltigkeit für Ihre Kunden

Ein Fachbeitrag von Andreas Kambach

Wie sieht sie aus, die nächste Generation des Lernens? Technologische Entwicklungen bestimmen unseren Arbeits- und damit Lernalltag. Die Digitalisierung hat den Umgang mit Wissen und Informationen revolutioniert. In naher Zukunft profitiert unser Lernprozess von „Augmented Realities“ und „Algo-generated Lessons“, wie aus der Incore-Studie „Lernen im Jahr 2030“ hervorgeht. Studien zeigen, dass auch neue Video-Technologien für mehr Nachhaltigkeit von Bildungs- und Kommunikations-arrangements sorgen. Die Sicherung von nachhaltigen Lern- und Trainingseffekten und die Steigerung des „Return of Education“ sind herausfordernde Aufgaben, aber sie werden in Zeiten knapper Budgets zum Credo für Qualifizierungsmaßnahmen. Es ist also an der Zeit, sich als Trainer oder Coach den Anforderungen aber auch Möglichkeiten zu stellen und die technischen Entwicklungen als Chance zu nutzen. Denn wer im Bereich der beruflichen Weiterbildung zukunftsfähig bleiben will, muss sich heute bereits mit dem Morgen beschäftigen.

Coaching und Feedback bitte – Trends, die Trainer kennen sollten
Was genau sind die Anforderungen und Trends einer sich stetig im Wandel befindlichen Arbeitswelt von Unternehmen an mich als Trainer oder Coach?

  • Die neue Führungskultur basiert in starkem Maße auf Coaching- und Mentoringprozessen, diese Fähigkeiten müssen Führungskräften vermittelt werden
  • Mitarbeiter müssen kontinuierlich und nachhaltig weitergebildet und dauerhaft im Tagesgeschäft unterstützt werden
  • Wunsch nach schneller Integration – „Onbording“ – neuer Mitarbeiter
  • Die kollektive Intelligenz und Kreativität von Teams muss genutzt werden
  • Knowledge-Datenbank: Innovative Unternehmen wollen Know-How sichern, erweitern und gezielt intern teilen
  • Berücksichtigung der globalen Vernetzung
  • Etablierung von individuellen Feedbackprozessen für Mitarbeiter
  • Stärkere Nachfrage nach Erfolgsmessung von Trainings und Coachings

Digitale Medien, das Internet sowie Informations- und Kommunikationstechnologien revolutionieren die Art wie wir uns bilden. Das kommt nicht von ungefähr, neue Medien brachten schon immer neue Lernfor­men mit sich. Die multimedialen Formate erhöhen zwar die Komplexität des Medienumgangs, doch gerade darin liegt auch großes Innovationspotenzial, das auf individuelle Bedürfnisse angepasste Bildungsprodukte hervorbringt. Die Generation der „Digital Natives“ ist mit dem Internet aufgewachsen. Für sie ist der Umgang mit Smartphones, Tablets und neuer Software selbstverständlich. Das computer- und online-basierte Lernen wird alleine aus diesem Grund weiter wachsen. Webinare sind für die meisten großen Unternehmen Alltag geworden. Wie die berufliche Weiterbildung im Jahr 2030 aussehen könnte und welche technologischen Neuerungen wir auf dem Weg dorthin erleben werden, prognostiziert die neue Incore-Studie „Lernen im Jahr 2030“. Um der Internationalisierung und dem anhaltenden Fachkräftemangel Rechnung zu tragen, werden Trainingsprogramme innerhalb einer virtuellen Corporate University der entscheidende Schlüsselfaktor zur nachhaltigen Mitarbeiterentwicklung. Die Qualitätssymbole der Zukunft beinhalten die Anwendung neuester Lerntechnologien sowie die Aktualität der digitalen Inhalte.

Lernende bewegen sich künftig in virtuell geschaffenen Lernumgebungen und sind in Form von Web-Avataren aktiv, also mit einer Repräsentation der eigenen Person im Internet. Der Austausch in der Cloud sowie das gemeinsame Lernen über Plattformen werden selbstverständlich. Die Entstehung offener virtu­eller Lernorte, wie Open Educational Resources (OER) oder Massive Open Online Courses (MOOCs) zeigen, das die Zu­kunft des Lernens durch die Kombination der Wissensdar­stellung und dem Austausch in Foren geprägt sein wird. E-Learning 3.0 ermöglicht, dass Lehrende und Lernende miteinander kommunizieren, sich stärker vernetzen und Gemeinschaften bilden. Bildung wird zudem immer mehr zum Konsumgut und gehört via Tablet und Smartphone zum Lifestyle. Die Angebote auf dem Weiterbildungsmarkt werden darauf ausgerichtet sein, aktuelle Informationen und Wissen aufzubereiten, d.h. mit der Filterung und Interpretation dieser eine Mehrwertdienstleistung zu den klassischen Trainingsprogrammen zu liefern. Zudem werden Weiterbildungsanbieter verstärkt auf virtuelle Trainingsprogramme setzen.

Einsatz von Videotechnologien zur Verbesserung von Qualität und Nachhaltigkeit von Qualifizierungsmaßnahmen
Im Zuge der Digitalisierung der betrieblichen Weiterbildung stellen E-Learning Tools mit Videofunktion eine Möglichkeit zur Realisierung verschiedenster „E-Qualitätsansprüche“ dar. Die empirischen Nachweise dazu liefern die Ergebnisse des Kaltura-Reports aus dem Jahr 2014:

  1. Der Nutzen von video-basierten Lernportalen wird von den befragten Unternehmen in vielen Aspekten positiv bewertet. Neben Kosteneinsparungen sehen Unternehmen eine größere Mitarbeiterreichweite und die Verbesserung des Lernerfolgs als positive Faktoren.
  2. Ein Großteil der Unternehmen stuft den Mehrwert einer Video-Plattform besonders in Verbindung mit einem bestehenden Learning-Management-System (LMS) hoch ein.
  3. Für die im Rahmen der Studie befragten Unternehmen wird die Nutzung von Videos sich auch auf weitere Anwendungsfälle positiv auswirken. Die Einsatzmöglichkeiten gehen über Trainingsprogramme hinaus bis hin zur Gestaltung von Kollaborations- und Kommunikationswegen in Personalprozessen.

In Anbetracht der prognostizierten Entwicklungen – sowohl im Lern- und Weiterbildungsverhalten von Mitarbeitern als auch in technischer Hinsicht, ist es wichtig, bei der Entwicklung unternehmensinterner Systeme schon heute die hier genannten Aspekte zu berücksichtigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass so genannte adaptive Lernsysteme für Coachings zukünftig folgende Anforderungen erfüllen sollten:

  1. Trainingsteilnehmer aus Vorschlägen zu Lerninhalten und Schwierigkeitsgrad auswählen lassen.
  2. Die kollektive Intelligenz von Unternehmen nutzen.
  3. Learning on Demand unterstützen. Das gezielte Abrufen von Informationen sollte durch unternehmensinterne digitale Lexika oder Best-Practice Bibliotheken ermöglicht werden.
  4. Trainern ständige Rückmeldung über Lernfortschritte und individuelles Feedback ermöglichen.
  5. Erkenntnisse über den Lernenden speichern und im weiteren Lernprozess berücksichtigen.
  6. Verschiedene Funktionen wie Chat, Glossar, Best-Practice-Beispiele anbieten sowie eine  variable Lernoberfläche.

Über den Autor

Andreas Kambach ist Geschäftsführer der TRIPLE A GmbH und Vorstandsmitglied der Deutsch Baltischen Handelskammer. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Vertriebsleiter und als Vertriebstrainer mit den Schwerpunkten Verhandeln und Akquise-Training. Mehr dazu unter: www.TripleA.de und www.Videoroleplay.de