Fachbeiträge

Vom Zweifel in die Handlungsfähigkeit. Ziele erfolgreich umsetzen!

Ein Fachbeitrag zum Zürcher Ressourcen-Modell

Wenn Menschen etwas erreichen wollen, setzen sie sich Ziele – und scheitern häufig daran. Wie man seine Ziele erfolgreich verfolgt, lehrt das Zürcher Ressourcen-Modell. Es bringt Verstand, Gefühle und Werte bei der Zielfindung in Einklang und schafft damit die Basis für eine nachhaltige Umsetzung. Der Deutsche Verband für Coaching und Training (dvct) widmet dem Zürcher Modell und dem Thema „Zeit für Umsetzungserfolge“ im Januar 2020 eine Fachtagung in Göttingen.

Viele kennen das: Vor allem zu Beginn eines neuen Jahres setzt man sich Ziele, beruflich wie privat. Doch die wenigsten Menschen bleiben dran. Früher oder später geben sie auf, stellen sich und die Ziele in Frage. Ursache für das Scheitern kann eine mangelnde Identifikation mit dem Ziel sein, die daher rührt, dass sich bewusste und unbewusste Bedürfnisse widersprechen. Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause haben für die Universität Zürich das Zürcher Ressourcen-Modell entwickelt, in dessen Rahmen so genannte MOTTO-Ziele formuliert werden. Diese helfen dabei, Bewusstes und Unbewusstes zu vereinbaren und unterstützen so die Zielerreichung. 

MOTTO-Ziele eignen sich gut für Personen, die Widersprüche bei der Zielsetzung erfahren. Stimmt ein äußeres Ziel nicht mit inneren Bedürfnissen und Werten überein, führt der Umsetzungsversuch eher zu einem Gefühl von Fremdbestimmung, zu Stress und Misserfolg. Eine Lösung kann sein, ein MOTTO-Ziel gemäß dem Zürcher Ressourcen-Modell auf Haltungsebene zu formulieren, also unbewusste Bedürfnisse einzubeziehen. Das spricht die Person als Ganzes stärker an und bewegt zu entschlossenem, intrinsisch motiviertem Handeln.

Äußere Ziele lauten zum Beispiel mehr Sport zu machen, mit dem Rauchen aufzuhören oder sich gesund zu ernähren. Die inneren Bedürfnisse können dabei im Konflikt mit dem äußeren Ziel zum Beispiel Zugehörigkeit oder Entspannung sein, die unbewusst einen Zielkonflikt auslösen.

In der Praxis im Coaching und Training bedeutet das, Ziele passend zu persönlichen Bedürfnissen zu formulieren. Dazu muss der Coach sensibel für die Persönlichkeit und die individuelle Situation des Klienten sein. Ist der Klient positiv, ressourcenvoll und stark an sein Ziel gebunden, kann direkt mit einer spezifischen Handlungsplanung begonnen werden. Ist der Klient zweifelnd, vermeidungsorientiert und unentschlossen, sollte das Ziel zuerst auf der Haltungsebene formuliert werden. Erst wenn klar ist, was der Klient wirklich erreichen will, folgt die konkrete Planung. Eine an die Persönlichkeit angepasste Zielfindung kann maßgeblich darüber entscheiden, ob jemand früh aufgibt oder sein Ziel erfolgreich umsetzt.

Das Zürcher Ressourcen-Modell wird ein Schwerpunkt der dvct-Fachtagung „Zeit für Umsetzungserfolge“ am 13. und 14. Januar 2020 in Göttingen sein. Frau Dr. Maja Storch, die gemeinsam mit Dr. Frank Krause das Modell für die Universität Zürich entwickelt hat, stellt das Konzept und seine Anwendung in der Praxis vor. Sie startet am ersten Tag mit der Einführung und Frau Dr. Julia Weber führt dann den Praxisteil am zweiten Tag fort.

Die vollständige Studie „SMART oder MOTTO? Von der Hemmung in die Handlungsfähigkeit durch passende Zielformulierung“ von Christina Mühlberger, Angela Büche und Eva Jonas finden Sie unter https://doi.org/10.1007/s11613-018-0546-4 zum Download.