Presse Mitteilung

Trainer und Coachs brauchen klare Haltung und echte Expertise

Trainer und Personaler diskutierten auf dem dvct-Kongress in Frankfurt die Zukunft des Lernens im Unternehmen

Hamburg, 17. Dezember 2015. Trainer und Coachs gibt es viele, auch die Zahl der Ausbildungen und Ausbildungsinstitute steigt. Allerdings bleibt der Beitrag, den Coaching und Training für Unternehmen leisten, schwer messbar. Diesen Punkt sprach der deutsche Verband für Coaching und Training e.V. (dvct) auf seiner dritten Jahrestagung am 23. November 2015 in Frankfurt offensiv an. “Ist Unternehmen durch Training und Coaching (noch) zu helfen?“ lautete der provokante Titel des „Streitgesprächs“, zu dem der Verband Trainer Coachs sowie Unternehmensvertreter auf die Bühne gebeten hatte. In einem Punkt waren sich die Experten schnell einig: Wer Unternehmen wirklich weiterhelfen möchte, benötigt „Business-Nähe und eine klare Haltung“.

Corinna Vogt von der ING-DiBa wünscht sich von Trainern, die mit neuen Konzepten und Themen wie Agilität oder neuen Organisationsformen an die Unternehmen herantreten, „echte Expertise“ und „Business-Nähe“. Gianni Liscia, geschäftsführender Gesellschafter von Liscia Consulting in Paderborn, bemängelte, dass viele Coachs und Trainer zu oft versuchen würden, „ausschließlich das zu verkaufen, was sie selber umsetzen können – zum Beispiel bestimmte Methoden“. Dies führe häufig dazu, dass zwar die Anfrage des Kunden bedient werde, die Trainings- oder Coachingmaßnahme allerdings nur Symptome und nicht die Ursache behandle. „Situationen sind häufig komplexer als es scheint.“ Eine Erfahrung, die auch der Business-Coach Eckart Fiolka kennt. Er wies darauf hin, dass es neben der Branchen- und Berufserfahrung noch andere Merkmale gebe, die Coachs und Trainer unterscheide: „Das Unternehmen muss wissen: Braucht es einen Coach, der Stabilität und Sicherheit gibt? Oder jemanden, der die Kultur dehnt und Impulse setzt?“ Er empfiehlt jungen Coachs und Trainern, mutig zu sein, Anstöße zu geben und das System in Schwingung zu bringen.

Digitalisierung verändert alles: Es geht nicht mehr nur um persönliche Kontakte

Susanne Lübben, Vorstandsvorsitzende des dvct, wies aus Sicht des Verbandes darauf hin, wie sehr sich das Berufsbild nicht zuletzt durch immer größere Bedeutung der digitalen Medien verändert. „Es geht sowohl in der Kunden- oder Klientenbeziehung als auch in Marketing und Vertrieb nicht mehr nur um persönliche Kontakte. Darauf muss man sich als Trainer oder Coach einstellen.“ Genau das berichtete auch Carlo-Matthias Enk, der bei der Deutschen Bahn für die Aus- und Weiterbildung der rund 650 Ausbilder und Trainer verantwortlich ist. Seine Beobachtung: „Lernen und Arbeiten vermischen sich immer mehr. Und weil sich unsere Arbeitsplätze immer stärker digitalisieren, digitalisiert sich auch das Lernen viel extremer.“

Unter dem Stichwort „Agilität“ streiften die Podiumsteilnehmer auch neue Organisationsformen – auch wenn Corinna Vogt anmahnte, dass es an einer einheitlich anerkannten Definition von „Agilität“ noch fehle. Einig waren sich die Diskutanten, dass sich die Arbeitswelt rasant verändert – und damit auch die Anforderungen und die Nachfrage an Training und Coaching. „Umso mehr müssen Trainer und Coachs ihren Beitrag zu Innovation und Stärkung der Wettbewerbsposition ihrer Kunden stärker herausstellen“, betont Susanne Lübben, die in diesem Zusammenhang den Vorteil einer Zertifizierung als Coach oder Trainer hervorhebt: „Ein Zertifikat des dvct dokumentiert eine hohe Kompetenz als Coach oder Trainer. Zudem muss ich offen, wandlungsfähig und am Puls der Zeit bleiben.“

Teilnehmer des dvct-Streitgesprächs
„Ist Unternehmen durch Coaching und Training (noch) zu helfen?“

Carlo-Matthias Enk, DB Training, Learning & Consulting, DB Mobility Logistics AG
Corinna Vogt, Personal / Mitarbeiterprogramme & -services, ING-DiBa AG
Gianni Liscia, geschäftsführender Gesellschafter, Liscia Consulting GbR
Eckart Fiolka, Gesellschafter, V.I.E.L.® Coaching + Training
Susanne Lübben, Vorstandsvorsitzende dvct e.V.

Moderation:
Dr. Lars-Peter Linke, Corporate Learning Communication, Agentur für Bildungsmarketing

Der dvct (gegründet 2003) ist der größte Verband für Coaching und Training in Deutschland. Er fördert Qualifikation und Ansehen von Coachs und Trainern und entwickelt Verfahren zur Qualitätssicherung und -beurteilung von Coachings- und Trainingsleistungen. Heute hat der dvct annähernd 1.400 Mitglieder.

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Pressekontakt:
Deutscher Verband für Coaching und Training (dvct) e.V.
Britta Buchtien
Gotenstr. 19, 20097 Hamburg
Fon: 040 21997754, Fax:  040 98762444
Mail:office@dvct.de

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