Limbisches System

Das limbische System ist eine Ansammlung von weit auseinanderliegenden anatomischen Strukturen des Gehirns, die alle mehr oder weniger zur Aktivierung und Verarbeitung von Emotionen beitragen. So werden unter anderem Teile des Hirnstamms, die vorderen Kerngebiete des Thalamus, der Hypothalamus, der Nukleus accumbens, die Mandelkerne, das Riechhirn, die Kerne des Septum, der Hippocampus, die Gürtelwindung, der untere Präfrontalcortex dem limbischen System zugerechnet. Das limbische System ist stark mit anderen Gehirnregionen und mit dem peripheren Nervensystem vernetzt. Fast alle von außen und aus dem Körperinneren einlaufenden Informationen passieren das limbische System, bevor sie an höhere Gehirnareale weitergeleitet werden. Diese Vorschaltung unbewusst-emotionaler Instanzen ermöglicht ein schnelleres Reagieren auf emotional relevante Reize und erklärt auch, warum wir, wenn sich ein schnell fahrendes Auto nähert, direkt zurückspringen ohne dass eine bewusste oder willentliche Entscheidungsfindung stattgefunden hätte. Darüber werden über die limbische Aktivierung verstärkt Botenstoffe wie Noradrenalin, und Dopamin freigesetzt, die ihrerseits die Bildung neuer Synapsen (Neuroplastizität) verstärken. Dies erklärt auch, warum emotional intensive Erlebnisse besser im Gedächtnis gespeichert werden.

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